Hier im "Cafe zur Pfarrscheuer", gegenüber dem Kloster Denkendorf, trifft sich der Vorstand des Denkendorfer Kreises e. V. zu seinen Sitzungen. Neben den

  • gewählten Vorstandsmitgliedern gehören 
  • "berufene" Mitglieder dazu, ebenso  
  • ein Vertreter/in der Jüdischen Gemeinde Stuttgart, 
  • ein Vertreter/in der Katholischen Kirche, 
  • ein Vertreter/in des "Freundeskreies Kirche und Israel in Baden e.V." und
  • Pf. Michael Volkmann, "Pfarramt für das christlich-jüdische Gespräch in der Würrtembergischen Landeskirche".

Hier folgen nun Mitteilungen aus dem Vorstand:



17. Juni 2016

Offener Brief an die Evangelische Akademie Bad Boll

Eine Vorbemerkung sei erlaubt!

Gemeinsam haben die DIG Stuttgart und mittlerer Neckar und der Denkendorfer Kreis e.V. am 17. Juni 2016 einen offenen Brief an die evangelische Akademie Bad Boll gerichtet. Wir wenden uns gegen die Tagung: "Ist Frieden möglich? Zur Situation der Menschenrechte in Nahost." (http://www.ev-akademie-boll.de/tagung/430416.html). Sie weckt ungute Erinnerungen an frühere einseitig israelkritische Veranstaltungen in den Räumen der Akademie. Wir dachten, dass nach den positiven Erfahrungen der im März 2015 stattgefundenen Tagung: „Hört das denn nie auf? Altneuer Antisemitismus in Europa“ (http://www.ev-akademie-boll.de/tagung/521215.html), die Evangelische Akademie Bad Boll ein engagierter, fairer und ausgewogener Lernort für die Fragen Naher Osten, Israel und Palästina werden könnte. Dem ist augenscheinlich nicht so, denn Israelhass, Israelboykott und Delegitimierung Israels gehören nicht in eine Bildungseinrichtung, einer evangelischen in unserer Württembergischen Landeskirche schon gar nicht. Nicht wenige Organisationen und Referenten, wie jetzt bei besagter Tagung Anfang Juli 2016, sind die falschen Kooperationspartner.

Mit diesen Erfahrungen können wir, aus heutiger Sicht, die Evangelische Akademie Bad Boll nicht positiv weiterempfehlen.

Nicht zu verwechseln damit sind die Veranstaltungen des "Pfarramtes für das Gespräch zwischen Christen und Juden", die ja auch in der Evangelischen Akademie in Bad Boll stattfinden. Pfr. Dr. Michael Volkmann (www.agwege.de) ist mit Dienstsitz und den Veranstaltungen Gast in der Akademie. Er ist nicht Teil der Akademie und daher auch nicht verantwortlich für das Programm der Akademie. Wir empfehlen die Veranstaltungen von Pfr. Michael Volkmann im "Pfarramt für das Gespräch zwischen Christen und Juden" sehr! 

Bleibt nach diesem "Bad-Boller-Rückfall" nur die bange und berechtigte Frage, ob und wie die jüdischen Lehrer/innen weiterhin die Gastfreundschaft einer evangelischen Bildungseinrichtung in Württemberg als glaubhaft und ehrlich erleben können? 

Und auch diese Frage steht im Raum, die Frage der Finanzierung!? Das Programm der Tagung zeigt deutlich den enormen Aufwand, die Vielzahl der Referenten aus dem In- und Ausland. Das kostet richtig Geld! - trotzdem eine "peanuts-Gebühr" als Tagungsbeitrag. Woher kommt das Geld? Genannt werden Katholischer Fonds und Bundeszentrale für politische Bildung. Die Akademie Bad Boll selbst ist eine Einrichtung der württembergischen Landeskirche, diese ist also auf diesem Weg mit an der Finanzierung beteiligt. Nach vielfacher Meinung, die uns immer wieder bestätigt wird, ist "Pax Christi" eine randständige, wenig repräsentative Organisation innerhalb des katholischen Spektrums. Wie steht die Evangelische Landeskirche zu all diesen Punkten? Wie steht das Bischöfliche Ordinariat der katholischen Kirche in Rottenburg zu all diesen Punkten? Was würde Papst Franziskus dazu sagen, wenn er von dieser Veranstaltung wüsste?

Hier nun der Wortlaut des Offenen Briefes:

 

Frieden erfordert, den Israelhass zu beenden!

Offener Brief an die evangelische Akademie Bad Boll, 17. Juni 2016

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir sind besorgt über die Stoßrichtung Ihrer Tagung „Ist Frieden möglich? Zur Situation der Menschenrechte in Nahost“ im Juli 2016. Dass die Akademie für die Interessen einer bestimmten Gruppe wirbt, ist legitim. Dass die Tagung versucht, negative Emotionen gezielt gegen Israel und nur gegen Israel zu mobilisieren, halten wir aber für zutiefst unmoralisch.