|
|
|
|
Aus dem Rundbrief vom 30. Oktober 2002 Heiliger Geist, erfülle uns" Anmerkungen zur Weltgebetstag-Liturgie 2003
Das
Gottesdienstheft zum Weltgebetstag der Frauen -
Israelische Landminen und palästinensisches Flüchtlingslos:
»Zwischen den Regentropfen gehen«
„Heiliger Geist, erfülle uns" Anmerkungen zur Weltgebetstag-Liturgie 2003 Von Hartmut Metzger Die Liturgie des Weltgebetstags der Frauen kommt 2003 aus dem Libanon, einem kleinen Land im Nahen Osten, das lange Zeit christlich geprägt war, dessen Bevölkerung nun aber mehrheitlich moslemisch ist. In den letzten Jahrzehnten hat eine Bürgerkriegs-bestimmte Geschichte das Land in seinen Grundfesten erschüttert. Die Christen, aufgesplittert in 18 anerkannte Religionsgemeinschaften, hatten am meisten darunter zu leiden - drei Viertel der Bürgerkriegsopfer waren Christen. Am Ende des Bürgerkrieges hatten sich die politischen Macht- und Einflussbereiche verschoben. Die nach Frieden und Ruhe sich sehnende Bevölkerung kann sich nicht gegen radikal-islamische Organisationen wie die Hisbollah zur Wehr setzen und muss auch die moslemische Besatzungsmacht der Syrer ertragen. Als Nachbarland zu Israel wurde der Libanon, durch den Bürgerkrieg zerrüttet, auch in den Nahostkonflikt hineingezogen. Palästinenser, Syrer und Iraner nehmen jede Gelegenheit wahr, den ihnen verhassten Judenstaat im Süden anzufeinden und zu bekämpfen. Kann eine Gebetsordnung, von christlichen libanesischen Frauen verfasst, sich da heraushalten? Können sie ihre Sorgen beim Namen nennen; können sie die Situation beschreiben, wie sie ist? Oder muss man ihnen nicht von vorneherein zugestehen, dass sie, um sich nicht in Gefahr zu bringen, vieles nur andeuten oder gar nicht sagen können? Die Frage ist nicht, ob sie solche Konzessionen machen dürfen; - sie kommen m. E. nicht darum herum. Die Frage ist eher, ob die Liturgie und die oft wenig konkreten Informationen, die ihr vorangehen, in unseren Gemeinden nicht falsch aufgenommen werden. Wenn z. B. von „Krieg" die Rede ist, oder von „Verschleppten und Gefangenen", werden da die Hörer an die Übergriffe und den Terror der PLO denken? Oder wird eben dort, wo etwas unklar ist, stets „Israel" eingesetzt werden? Ehe ich auf Einzelheiten zu sprechen komme, möchte ich noch vorausschicken, dass nach meinem Empfinden diese libanesische Liturgie weniger aggressiv antiisraelisch ist, als die palästinensische von 1994 es war; an manchen Stellen kommt m. E. die Müdigkeit der Frauen deutlich zum Ausdruck, die unter der immer noch vorherrschenden Gewalttätigkeit am meisten zu leiden haben.
1. Zu den Informationen über das Land und die Geschichte des Libanon Nur halb so groß wie Hessen ist der Libanon. „Neben ca. 4 Mio LibanesInnen leben ca. 1 Mio syrische ArbeiterInnen und ca. 400 000 palästinensische Flüchtlinge im Land." (S. 2) - Auch Zahlen können zum Nachdenken anregen. „1 Mio syrische ArbeiterInnen" ist eine Riesenmenge für ein so kleines Land; wobei die „vielen Frauen aus Sri Lanka, die zur Arbeit in libanesiche Haushalte vermittelt werden" (S. 15), sicher nicht dazu gehören. Was soll man sich unter „ArbeiterInnen" vorstellen? Syrische Gastarbeiter sind damit wohl nicht gemeint. Ungewöhnlich ist auch die Aussage über die geographische Lage: Der Libanon „grenzt im Norden und Osten an Syrien und im Süden an Israel/Palästina." (S. 2) Nirgendwo grenzen palästinensische Gebiete an den Libanon. Ist es zu gefährlich, Israel als angrenzendes Land allein zu nennen? Oder steckt noch mehr dahinter? - Bei arabisch-moslemischen Landkarten gibt es keinen Staat Israel. Doch müssen die libanesischen Christen - und die Christen in aller Welt - diese Sicht der Dinge vorsichtig und halbherzig übernehmen? Die Ursachen des libanesischen Bürgerkriegs werden in innerlibanesischen Spannungen gesehen; doch „politische Konflikte im Nahen Osten trugen ebenfalls zum libanesischen Bürgerkrieg bei: Wegen der israelischen Besetzung ihres Landes flohen in den 50er, 60er und 70er Jahren viele PalästinenserInnen in den Libanon. Die Frage, ob sie in ihrem Kampf unterstützt werden sollten, spaltete die libanesische Bevölkerung." (S. 2) Die historischen Fakten, die man offenkundig nicht nennen darf, sind anders. Die palästinensischen Flüchtlinge resultierten aus dem Unabhängigkeitskrieg, den der jungen Staat Israel 1948 führen musste, als alle arabischen Nachbarstaaten, darunter auch der Libanon, über ihn hergefallen sind mit dem Ziel, ihn zu vernichten. Doch nach dem Waffenstillstand gab es eine relativ friedliche libanesisch-israelische Grenze bis Ende der 60er Jahre: Keine Zwischenfälle; wenn das Vieh der Bauern an der Grenze sich verlief, wurde es selbstverständlich zurückgegeben; auch sonst kam es zu manchem Austausch über die Grenze hinweg. Das änderte sich völlig, als Arafat mit seiner PLO 1970 aus Jordanien („schwarzer September") vertrieben wurde, wo die Palästinenser ein Gewaltregime aufgebaut und den Staat destabilisiert hatten. Nun überzogen sie, von manchen arabischen Staaten mit Geld und Waffen unterstützt, ihr neues Gastland Libanon mit gewalttätigen Ausschreitungen, brachten das sorgfältig bewahrte Gleichgewicht zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen zum Kippen, destabilisierten die politischen Verhältnisse auch in diesem Land und stürzten 1975 den Libanon in einen 15jährigen grausamen Bürgerkrieg, unter dem die ganze Bevölkerung zu leiden hatte, die Christen unter ihnen aber ganz besonders. Hinterher war der Libanon ein zerstörtes, moslemisch dominiertes und von den Syrern abhängiges Land, in dem heute eine kleine, von der Besatzungsmacht gedeckte radikal-islamische Hisbollah ungehindert ihren Terror ausüben kann. Während des blutigen Bürgerkriegs fragten mich israelische Freunde immer wieder fassungslos: Warum kommen die christlichen Staaten Europas den Christen im Libanon nicht zur Hilfe? Warum sorgen sie nicht dafür, dass das Morden aufhört? - Ja, warum taten sie das nicht? Zu den Verhältnissen im Libanon, und speziell zur Situation der Christen dort, hätte ich noch einige Fragen; vielleicht kann man sie stellen und gleichzeitig auf eine Antwort verzichten. Wie verhalten sich die verschiedenen christlichen Gemeinschaften untereinander? Die größeren zu den kleineren, die alteingesessenen zu den verhältnismäßig jungen Kirchen? Gibt es eine ökumenische Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung? Welchen Einfluss haben die Christen im Libanon noch auf das öffentliche Leben in ihrem Staat? Sind sie von moslemischer Seite unter Druck geraten? Können sie sich öffentlich äußern, dass der islamistische Terror aufhören soll? Unter den palästinensischen Flüchtlingen gibt es auch Christen, die in die WGT-Liturgie einbezogen wurden. Welche Verbindungen gibt es zwischen den libanesischen christlichen Gemeinden und den palästinensischen Christen in den Lagern? Welche Formen der Zusammenarbeit sind möglich? Wie überwinden libanesische Christen die Ausgrenzung, unter der die Flüchtlinge im Libanon leiden? Wie können sie in ihrem Land für die Menschenrechte ihrer Glaubensgeschwister eintreten? Es gäbe noch mehr solche „christlichen" Fragen. Aber ich denke, man darf von libanesischer Seite keine Antwort erwarten. Hätten diese Fragen angeschnitten werden können, so wären sie wohl auch in den Informationsteil der Liturgie aufgenommen worden.
Zum Abschnitt: „Ruf zum Gebet" Die Frauen, die sich am 7. März 2003 auf der ganzen Erde zu diesem Weltgebetstag versammeln, werden zum Mitbeten aufgerufen. Die „2. Stimme" fordert sie - Seite 4 - auf: „Kommt und betet mit den Frauen des Libanons, die ihre Söhne und Töchter im Kampf gegen die Besatzung verloren haben. So wurde das Land befreit und die Menschenrechte werden wieder respektiert." An welche Besatzung wird hier erinnert? An die palästinensische, an die israelische oder an die syrische? Welche ist gemeint? Und an welche Besatzung werden europäische Frauen, z. B. in Belgien, bei diesen Worten denken? Weitere Frage: Entspricht der Nachsatz - unabhängig davon, wie man ihn verstehen soll - den Tatsachen? „So wurde das Land befreit und die Menschenrechte werden wieder respektiert." - Ob sich die Verantwortlichen im Libanon und in Deutschland wohl diese Frage auch stellen?
Zum Abschnitt „Schuldbekenntnis und Bitte um Vergebung" Wie sehr die Bevölkerung des Libanon zu leiden hatte, drücken die Bitten um Vergebung erschütternd aus. Etwa die „1. Stimme" spricht für alle, die Geschundenen und die Schinder (S.7): „Gott, wir bekennen, dass Menschen in unserem Volk während der langen und schrecklichen Kriegsjahre andere verletzt und vor deinen Augen Schändliches getan haben. Viele wurden aus ihrer Heimat vertrieben und entwurzelt. Andere wurden auf Grund ihrer Religionszugehörigkeit verschleppt oder getötet. Kinder wurden verstümmelt, Frauen vergewaltigt und ältere Menschen in ihrer Würde verletzt. Eigentum wurde beschlagnahmt." Ich frage mich jedoch auch hier wieder: Wem werden christliche Frauen in der weiten Welt, für die der Bürgerkrieg im Libanon eine wenig bekannte Episode in der Weltgeschichte ist, die „schrecklichen Kriegsjahre" anlasten? Wer ist im Umfeld der libanesischen Christinnen für solche Not verantwortlich?
Zum Abschnitt „Stimmen aus dem Libanon" Fünf Stimmen melden sich hier stellvertretend zu Wort: ein Kind, eine Mutter, eine Studentin, eine Palästinenserin und eine Frau, die die Unsicherheit der wirtschaftlichen und politischen Situation beklagt. Man darf davon ausgehen, dass die Struktur einer solchen Komposition genau überlegt ist; ebenso wie die Texte, die man den Sprecherinnen in den Mund legt. Die „1. Stimme aus dem Libanon" hat als Eröffnungsansage besonderes Gewicht (S. 8): „Yasmina erzählt: Ich stamme aus dem Süden des Libanon und bin neun Jahre alt. Letztes Jahr im Juni wurden meine beiden Beine amputiert. Beim Spielen mit meinen Freundinnen auf den Feldern war ich auf eine Landmine getreten. Mehr als 139 000 Minen haben die israelischen Militärs hinterlassen, nachdem sie 22 Jahre lang unser Land besetzt hatten. Sachverständige sagen, dass das Minenräumen mehr als dreißig Jahre dauern wird. Ich wollte endlich mit meinen Freundinnen draußen spielen. Ich wollte einfach herumrennen, weil wir nun frei sind. Aber jetzt kann ich es nicht mehr und meine Freundinnen dürfen es nicht mehr. O Gott, hilf uns und erfülle uns mit deinem Geist, dass Kinder wieder Kinder sein können und eine Zukunft in Gesundheit erleben dürfen." So konkret und „sachverständig", wie dieses Kind spricht, sind auch die Anklage und die Adresse der Schuldigen, über die diese „kindlichen Worte" informieren. Der Feind wird beim Namen genannt; was er - unter anderem - verbrochen hat, wird mit exakten Zahlen belegt; und ebenso wird klar gestellt, wer das Land besetzt hielt. Zum Schluss, und das verstärkt noch den Angriff, wird das Mitleid der Hörer mit dem kleinen Mädchen eingefordert: „Ich wollte einfach herumrennen, weil wir nun frei sind." - Eine seltsame Art zu „beten"... Nach zwei weiteren Vertreterinnen kommt als „4. Stimme aus dem Libanon" eine Palästinenserin, mit dem beziehungsreichen Namen „Nakba" zu Wort (S. 9). „Nakba erzählt: Ich bin Palästinenserin und lebe seit meiner Geburt in einem Flüchtlingslager im Libanon. 1948 mussten meine Eltern Palästina verlassen und suchten Schutz in diesem freundlichen Land. Ich bin den Menschen im Libanon dankbar für die Bereitschaft, uns aufzunehmen. Doch seit mehr als 50 Jahren fordern wir die Rückkehr in unsere rechtmäßige Heimat. Zu lange warten wir schon. Die Welt scheint uns vergessen zu haben. Gott, erfülle die politisch Verantwortlichen weltweit mit deinem Heiligen Geist. Gib ihnen deine Weisheit, dass sie die tatsächlichen Zustände wahrnehmen, sich für Frieden einsetzen und Gerechtigkeit schaffen - in diesem Teil der Erde und überall sonst." Ich will hier nicht die Frage nach der „Qualität" eines solchen Gebetes aufwerfen, sondern auf ein paar versteckte Informationen hinweisen. Die Eltern der Palästinenserin mussten „Palästina" verlassen - war es das Palästina, das unmittelbar an den Libanon angrenzt? Und warum mussten sie fliehen? „Und suchten Schutz in diesem freundlichen Land" - das sonst von den Flüchtlingen in der Regel mit bitteren Worten angeklagt wird, weil sie hier abgesondert als Recht- und Staatenlose in Lagern gehalten werden und ihnen jede Möglichkeit verwehrt wird, als normale Menschen in die libanesische Gesellschaft aufgenommen zu werden. Dick aufgetragen wird auch beim nächsten Satz: „Ich bin den Menschen im Libanon dankbar für die Bereitschaft, uns aufzunehmen." - Nach dieser Bereitschaft wurden die Libanesen nie gefragt, und sie haben dies die Flüchtlinge auch spüren lassen bis auf den heutigen Tag. Nirgendwo im Nahen Osten ist das Flüchtlingselend so hoffnungslos wie im Libanon; nirgendwo muss andererseits aber auch ein kleines Land eine so gefährliche Belastung aushalten. Auf beiden Seiten ist der Frust übergroß, und beide Seiten wissen wohl auch, dass sie nur ein Spielball der Politik sind. Dass Flüchtlinge ihrem Elend, nach Generationen in den Lagern, entrinnen wollen, versteht jeder. Doch in einer weltweit verbreiteten Liturgie ist eine Forderung der „Rückkehr in unsere rechtmäßige Heimat" eine politische Kampfparole, die zum Frieden wenig beiträgt. Was nur in langen und schwierigen Verhandlungen erreicht werden kann, getragen von Kompromissbereitschaft, eignet sich nicht für plakative Schlagworte. Wieder wird Israel, für alle erkennbar, an den Pranger gestellt. Wäre es hier nicht eher angebracht gewesen zu zeigen, wie die Christen im Libanon in dieser schwierigen Situation ihre Mitchristen in den Flüchtlingslagern nicht im Stich lassen, sondern über die verordneten Abgrenzungen hinweg stützen und ihnen beizustehen suchen? - Ob diese Liturgie dem Motto der Weltgebetstagsbewegung „Informiertes Beten - betendes Handeln" gerecht wird, mag jeder für sich entscheiden. Was mich betrifft, so halte ich die genannten „Anmerkungen" als unabweislich „fragwürdig".
„Lesungen und Gebete", Noch eine letzte, theologische Beobachtung im Abschnitt „Lesungen und Gebete", die ich nur kurz hinterfragen möchte. Nach biblischen Lesungen oder Anspielungen auf neutestamentliche Texte - wie in diesem Fall - spricht eine Vorbeterin das Gebet, und die Gemeinde antwortet mit einem gemeinsamen Bekenntnis. Ich zitiere ein solches Zusammenspiel (Seite 11): „Eine: Herr Jesus, du bist mit deinen Jüngerinnen und Jüngern durch unser Land gegangen. Du warst in Sidon und Tyrus und hast deine Mutter nach Kana begleitet. Sie erlebte, was du dort tatest, und hat dich verstanden.... Schenke uns Frauen im Libanon die Kraft, alle Schwierigkeiten des Lebens zu meistern. Hilf uns, treue Mütter zu sein und wachsame Frauen, denen Heiligkeit, Glaube und der Zusammenhalt unserer Familien am Herzen liegt. Alle: Wir danken dir, denn du bist unser Gott, und wir kennen keinen anderen Gott als dich. Dich allein verehren wir und zu dir allein beten wir. Amen. Weder im Neuen Testament, und schon gar nicht im Alten Testament, kenne ich eine Überlieferung, auf die sich dieses Gebetsbekenntnis zu Jesus: „Du bist unser Gott, und wir kennen keinen anderen Gott als dich" gründen könnte. Der Apostel Paulus, der bestimmt ein großer Theologe war, hat uns dafür keinen Anlass gegeben; und in der Lehre Jesu finden sich eher Worte, die in eine andere Richtung weisen; siehe zum Beispiel Markus 12, 29f und Lukas 18,18f. Diese Weltgebetstagsliturgie wird am 7. März 2003 vermutlich die weiteste Verbreitung finden, die man sich in der christlichen Ökumene denken kann. Ob die zuständigen Organisatorinnen wissen, welche Verantwortung sie da auf sich nehmen?
D as Gottesdienstheft zum Weltgebetstag der Frauen –eine Belastung nicht nur des christlich-jüdischen Verhältnisses Das Motto des Weltgebetstags der Frauen lautet nach Bekunden seines deutschen Komitees: „Informiertes Beten – betendes Handeln.“ Dies geschieht im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes, der nach einer überall gleichen Liturgie weltweit am ersten Freitag des März gefeiert wird. „‚Informiertes Beten‘ heißt auch, das Land und seine Menschen kennen zu lernen, aus dem die jeweilige Gottesdienstordnung kommt.“ Für das Jahr 2003 haben Frauen aus dem Libanon diese Ordnung entworfen. Wie also werden Gottesdienstbesucher und -besucherinnen am 7. März aus dem Libanon und über den Libanon informiert werden? Innerhalb des Gottesdienstes kommen fünf „Stimmen aus dem Libanon“ zu Wort. Zunächst „erzählt“ Yasmina: „Ich stamme aus dem Süden des Libanon und bin neun Jahre alt. Letztes Jahr im Juni wurden meine beiden Beine amputiert. Beim Spielen mit meinen Freundinnen auf den Feldern war ich auf eine Landmine getreten. Mehr als 139 000 Minen haben die israelischen Militärs hinterlassen, nachdem sie 22 Jahre unser Land besetzt hatten.“ Die in den persönlich gefärbten Bericht eingewobene „Information“ suggeriert, dass der Libanon insgesamt von israelischen Truppen besetzt war und diese die im Libanon liegenden Landminen ausgelegt hätten. Beides ist falsch. Richtig ist, dass im März 1978 israelische Streitkräfte palästinensische Stellungen im Süden des Landes eingenommen hatten, um auf Israel über greifende Gewalt zurückzudrängen. In einem zwölf Kilometer weit in den Südlibanon hineinragenden Streifen wurde eine tausend Mann starke israelische Truppeneinheit stationiert, die Städte und Dörfer im Norden Israels vor Angriffen schützen sollte. Am 24. Mai 2000 zog sich die israelische Armee vollständig aus dem Südlibanon zurück. Fünf Tage danach wurden dem Oberkommando der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) detaillierte Karten übergeben, die von der israelischen Armee im Südlibanon verwendet wurden, um Minenfelder zu lokalisieren. Dies umfasste sämtliche Israel bekannten Informationen zu Minen und sonstigen Sprengkörpern, die von anderen Gruppen ausgelegt worden waren. Richtig ist, dass über viele Jahre hinweg große Mengen an Minen, Paketbomben und anderen Sprengkörpern von Terrorgruppen ausgelegt wurden. Diese sind nie markiert, kartographiert oder gemeldet geworden. Auch sind die betroffenen Gebiete nie von libanesischen Stellen abgezäunt worden, um so Schäden an Zivilisten zu verhindern. Bis heute stellen diese Sprengkörper so eine ernsthafte Bedrohung für die Bevölkerung des Südlibanon dar. Die vierte libanesische Stimme im Gottesdienst des Weltgebetstages stammt von einer Palästinenserin. Sie trägt den Namen „Nakba“. Dieser Frauenname ist zugleich arabische Bezeichnung für die „Katastrophe“. Gemeint ist die palästinensische Erfahrung der Auswirkungen und Folgen des israelischen Unabhängigkeitskrieges von 1948. Zur Erinnerung: Kaum war nach dem Beschluss der Vereinten Nationen zur Teilung des ehemaligen britischen Mandatsgebietes der neue Staat Israel gegründet, erfolgte der Angriff arabischer Truppen auf diesen Staat. Nakba erzählt: „Ich bin Palästinenserin und lebe seit meiner Geburt in einem Flüchtlingslager im Libanon. 1948 mussten meine Eltern Palästina verlassen und suchten Schutz in diesem freundlichen Land. Ich bin den Menschen im Libanon dankbar für die Bereitschaft, uns aufzunehmen. Doch seit mehr als 50 Jahren fordern wir die Rückkehr in unsere rechtmäßige Heimat. Zu lange warten wir schon.“ Die Besucher des Gottesdienstes bekommen keine Information darüber, weshalb „dieses freundliche Land“ Nakbas Familie seit 54 Jahren in einem Flüchtlingslager leben lässt. Gab es niemals Möglichkeiten zu einer Integration, werden sie unwillkürlich fragen. In den „Vorschlägen zur Gottesdienstgestaltung“ schreibt das deutsche Weltgebetstagskomitee: „Zum ‚informierten Beten‘ tragen kurze Landinformationen bei: ... zu Beginn des Gottesdienstes: ... Symbole (für Mitte, Altar), die erläutert werden: ... Schlüssel, denn palästinensische Flüchtlinge bewahren noch Schlüssel ihrer Häuser in Palästina auf.“ An diesem Beispiel wird ebenso wie an den fünf „Stimmen aus dem Libanon“, denen jeweils eine Gebetsanrufung folgt, deutlich, wie undeutlich die Vorstellung vom „informierten Beten“ ist, wie fließend die Übergänge von Emotionen zu echten Sachinformationen und zurück sind. Man stelle sich das Schlüsselsymbol einmal auf dem Altar (!) eines Gottesdienstes über die Bundesrepublik Deutschland vor, in dem das Schicksal der nach 1945 vertriebenen Sudetendeutschen bzw. ihrer Nachkommen angesprochen wird. Wie einseitig und falsch das Heft des deutschen Weltgebetstagskomitees immer dann informiert, wenn es um den Staat Israel geht, zeigt ein weiteres Beispiel. In den Informationen zur libanesischen Geschichte liest die Gottesdienstbesucherin in ihrem Heft: „Wegen der israelischen Besetzung ihres Landes flohen in den 50er, 60er und 70er Jahren viele PalästinenserInnen in den Libanon.“ Wohl gemerkt ist hier nicht die Besetzung des Westjordangebietes („Westbank“) im Gefolge des Sechstagekrieges 1967 gemeint, sondern das Staatsgebiet Israels selbst nach dessen Gründung 1948! Hier von „israelischer Besetzung“ zu sprechen ist ein Widerspruch in sich. Die Grenze zu einer Bestreitung des Existenzrechtes dieses Staates ist damit im Gottesdienstheft wohl überschritten. Hier greift auch das Argument vieler Frauen aus Weltgebetstagsgruppen nicht mehr, man müsse eben die Worte und die Gebetssprache der libanesischen Frauen hören und akzeptieren lernen: Die Geschichtsinformationen stammen ebenso wie die Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung aus der Feder deutscher Frauen im Auftrag ihres Weltgebetstagskomitees. Die diesjährige Liturgie des Weltgebetstags ist in Gestalt des vorliegenden Heftes eine Belastung des christlich-jüdischen Verhältnisses. Mit ihr sind betende Christinnen und Christen von den bald 25 Jahre alten Einsichten des rheinischen Synodalbeschlusses zur „Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“ weiter entfernt denn je. Damals sah eine Kirche in der Errichtung des Staates Israel noch „Zeichen der Treue Gottes gegenüber seinem Volk.“ Doch auch in ihren christologischen Aussagen ist die diesjährige Weltgebetstagsliturgie – das sei nur noch am Rande vermerkt, obgleich es kein Randproblem ist – nicht nur im christlich-jüdischen Dialog höchst fragwürdig. So lässt sich ein Gebetsbekenntnis zum „Herrn Jesus“ wie das folgende von „allen“ im Gottesdienst zu sprechende schwerlich biblisch begründen: „Wir danken dir, denn du bist unser Gott, und wir kennen keinen anderen Gott als dich.“ Eher sind hier wohl Aussagen des Korans von Allah auf Jesus Christus übertragen worden. Es hängt eben doch zusammen: Ein der Bibel gemäßes christliches Reden tastet auch die Identität Israels und des jüdischen Volkes nicht an. Was tun? Die Gebetstagsliturgie kann nicht umgeschrieben werden. Zutiefst bedauerlich aber ist der unkritische Umgang mit ihr, der allerorten festzustellen ist. Pfarrerin Kira Busch-Wagner aus der Ev. Landeskirche in Baden schlägt den Weltgebetstagsgruppen, die den Gottesdienst am 7. März 2003 vorbereiten, vor, wenigstens eine Fürbitte zu ergänzen, die Israel nicht nur im Blick auf Schuld erwähnt, sondern auch in ein Gebet um Frieden aufnimmt. „Ewiger Gott, vor dich bringen wir unsere Sorge, unsere Angst. Wir bitten dich: nimm von uns Misstrauen und Menschenfurcht. Stärke unsere Zuversicht, Gräben zwischen Menschen, Gruppen und Nationen zu überwinden. Stärke die Bereitschaft, dass wir einander zuhören und verstehen. Wir bitten dich um Frieden im Libanon und der ganzen Region. Wir bitten dich um Frieden für Israel und für seine Nachbarn. Wir bitten dich um Frieden für Palästinenserinnen und Palästinenser, wo immer sie leben. Lass uns Wege finden, dass nicht Menschenleben geopfert werden im Streit, dass nicht Verderben unser Leben begleite, nicht Lüge unsere Gedanken, nicht Hass unsere Rede. Dies bitten wir durch Jesus Christus, empfangen durch den Geist, geboren von Maria in deinem Volk Israel. Amen.“
Israelische Landminen und palästinensisches Flüchtlingslos: Informiertes Beten" ist seit Jahren die Devise der Weltgebetstagsbewegung. Dies nimmt auch die diesjährige Weltgebetstagsliturgie, die aus dem Libanon kommt, für sich in Anspruch. An zwei Stellen der Liturgie, wo ausdrücklich Israel nicht nur erwähnt, sondern angeklagt wird, möchte ich die so genannte "Information" unter die Lupe nehmen. Ein zentraler Text der Liturgie sind die Gebete der fünf "Stimmen aus dem Libanon", die die Menschen im Libanon repräsentieren und ihre Sorgen und Nöte aussprechen - und den Frauen in aller Welt zu Gehör bringen. Der Aufbau dieses Abschnitts ist klar konstruiert: ein Kind, eine Mutter, eine Studentin, eine Palästinenserin aus einem Flüchtlingslager und eine Frau, die auf die unsichere wirtschaftliche und politische Situation hinweist, sind die Sprecherinnen. Das 9jährige Kind, das den Auftakt macht, spricht davon, wie eine israelische Landmine ihm beide Beine abgerissen hat; die Palästinenserin, schon im Flüchtlingslager geboren, klagt ihr Recht auf "Rückkehr in unsere rechtmäßige Heimat" ein. - Von fünf Stimmen thematisieren zwei das feindliche Israel als Ursache ihrer Probleme! Ich nehme die genannten Texte aus der Liturgie auf - zur besseren Kennzeichnung in kursiver Schrift! - und stelle ihnen jeweils eine andere Information gegenüber. Ob der Anspruch auf "informiertes Beten" bei dieser Sachlage aufrecht erhalten werden kann, mag jede Leserin und jeder Leser selber entscheiden. Hier der "informative Text" der ersten Sprecherin: 1. Stimme aus dem Libanon. Yasmina erzählt: Es ist weithin bekannt, dass der Südlibanon über viele Jahre hinweg als
Brutstätte für terroristische Aktivitäten diente. Während dieser Zeit wurden
große Mengen an Minen, Paketbomben und anderen Sprengkörpern von Terrorgruppen
und einzeln operierenden Terroristen ausgelegt. Diese Minen und Sprengkörper
sind nie markiert, karthographiert oder gemeldet worden. Auch sind die
betroffenen Gebiete nie abgezäunt worden, um so Schaden an Zivilisten zu
verhindern. Bis heute stellen diese Sprengkörper eine ernsthafte Bedrohung für
die Bevölkerung des Südlibanon dar. Die Hisbollah operiert weiter aus diesem
Gebiet heraus - immer wieder werden von dort aus Ziele in Nordisrael
angegriffen. Bis heute befinden sich vier israelische Soldaten, die von
israelischem Territorium entführt wurden, in der Gewalt der Hisbollah. Gemäß der Resolution 425 des UN Sicherheitsrates ist es die Pflicht der
libanesischen Regierung, eine effektive Kontrolle und die Autorität über das
Gebiet zu etablieren und den internationalen Frieden und die Sicherheit im
Südlibanon wieder herzustellen. Dies ist bis heute unterlassen worden.
Bei dem nächsten Text muss ich vorausschicken, dass die Informationen, die der 4. Stimme gegenüber gestellt werden, aus einem wenig israelfreundlichen Faltblatt stammen, das der Verein "Flüchtlingskinder im Libanon" e.V. herausgegeben hat; - das Thema dieses Faltblatts heißt: "Die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon (von 1948 bis heute)". Es handelt sich um eine Darstellung aus palästinensischer Sicht. Das ist zu
bedenken, wenn die Verhältnisse im Libanon sehr kritisch beleuchtet werden. Wie
üblich, ist wenig davon zu lesen, dass die PLO Arafats den Libanon in einen
schrecklichen Bürgerkrieg gestürzt hat, an dessen Ende alle (!) ethnischen und
religiösen Gruppen des Libanon die Palästinenser für den Zerfall des Libanon
verantwortlich machten und darum aus ihrer Gesellschaft ausschlossen. Die Organisation sah zunächst ausschließlich im bewaffneten Kampf das Mittel
zur Befreiung Palästinas. Dieser wurde zuerst von Jordanien aus und ab 1970/71
vom Libanon aus geführt. Beirut wurde Hauptquartier der PLO... Die sozialen Einrichtungen der PLO waren nach Kriegsende größtenteils
zerstört, die Beschäftigungsmöglichkeiten geschwunden, die finanzielle
Unterstützung schrumpfte. Die politischen und konfessionellen Gruppierungen des
Libanon einigten sich 1989 im Friedens-Abkommen von Ta'if darauf, die
Palästinenser als die in ihren Augen Hauptverantwortlichen für den Ausbruch des
Bürgerkrieges aus dem politischen, sozialen und wirtschaftlichen Leben des
Landes auszuschließen. Da Syrien nach dem Krieg die politische und militärische
Kontrolle im Libanon übernahm, konnten darüber hinaus Hunderttausende von
syrischen Arbeitssuchenden ins Land strömen... Hartmut Metzger
»Zwischen den Regentropfen gehen« mit diesem merkwürdigen Bild beschrieb unser israelischer Reiseleiter vor 10 Jahren die Situation israelischer Palästinenser christlichen Glaubens. So aussichtslos dieses Unterfangen ist, trocken durch den Regen zu kommen, so unmöglich ist es für arabische Christen, einen selbstbestimmten Weg im Nahen Osten zu gehen. Egal, was sie tun, sie ecken an oder - um im Bild zu bleiben - sie werden nass. Ihr Leben, ihr Glauben und erst recht alles, was sie sagen und schreiben ist bestimmt von Rücksichtnahmen und Konzessionen an andere, mächtigere Interessenvertreter. Ohne dieses angepasste Verhalten wird ihr Leben dort schnell zur Hölle. Die Weltgebetstagsordnung aus dem Libanon ist nach denen aus Palästina, Madagaskar und Indonesien das vierte Beispiel eines solchen Versuches, zwischen den Regentropfen zu gehen. In diesem Versuch werden aber in diesem Jahr nicht nur die Christen im Libanon nass, sondern nach meinem Empfinden auch die Wahrheit und mithin Gott selber. Was mir dabei am meisten auf den Magen schlägt, ist die Darstellung der Hizbullah als schiitische Wiederstandsorganisation mit angegliedertem humanitärem Arbeitsfeld einerseits und die Vermischung des schrecklichen libanesischen Bürgerkrieges mit den israelischen Interventionen, so dass viele Christen glauben müssen, Israel ist die Ursache des Bürgerkrieges und alleinverantwortlich für alles Leid. Dazu muss grundsätzlich gesagt werden: Ursache des Bürgerkrieges im Libanon ist das Agieren der PLO und die Einflussnahme Syriens, das bis heute den Libanon besetzt hält und weitgehend den Ton angibt. Zunächst baute die PLO in den Flüchtlingslagern Trainingscamps für Terroristen auf und später kontrollierte die PLO den gesamten Südlibanon und wesentliche Teile der Hauptstadt Beirut. Selbst im Welt-gebetstagsmaterial ist zu lesen, dass die PLO zum Staat im Staate wurde. Nicht zu lesen ist aber, das sie das durch Terror gegen die libanesische Zivilbevölkerung im allgemeinen und gegen die Christen im besonderen wurde. Und wieder nicht gesagt wird auch, dass die palästinensischen Flüchtlinge - und mit ihnen die PLO - im Vorfeld und im Verlauf des Krieges kamen, den die arabischen Nachbarstaaten einschließlich des Libanon von 1948 gegen Israel starteten. Im Gegenteil wird wieder gegen besseres Wissen behauptet, die Palästinenser hätten Israel verlassen müssen. Sie sind aber mehrheitlich freiwillig gegangen und auf Anraten ihrer arabischen Brüder, auch derer des Libanon. Kurz gesagt: Der Bürgerkrieg im Libanon war durch und durch hausgemacht und geht nicht auf das Konto Israels. Auch von den Ursachen der israelischen Militär-Interventionen ist nichts zu lesen im Weltgebetstagsmaterial. Kein Wort vom Bomben- und Raketen-Terror, den zuerst über Jahre hinweg die PLO und später, nach deren Vertreibung, die Hizbullah vom Libanon aus in die Zivilbevölkerung Nordisraels hineintrug und bis heute hineinträgt. Die Hizbullah ist eine radikal-islamische Organisation, die von den westlichen Demokratien als terroristische Vereinigung angesehen wird, und das Ziel hat, einen schiitischen Gottesstaat zu errichten, den es jetzt im Südlibanon de facto schon gibt. Ihr Ziel ist nach eigenem Bekunden nicht allein die Befreiung des Libanon von den (palästinensischen, syrischen und) israelischen Besatzern. So zitiert der unabhängige Journalist Peter Scholl-Latour den Führer der Hizbullah, Scheuch Nasrallah mit den Worten: »Für einen frommen Muslim hat der zionistische Staat keine legale Existenz. ... Gewiss, es sollen jene Juden als gleichberechtigte Bürger im Land bleiben, die dort seit Generationen ansässig sind, aber alle anderen müssen in ihre Ausgangsländer zurückkehren.« (aus »Kampf dem Terror - Kampf dem Islam? Chronik eines unbegrenzten Krieges«, S. 264f.) Die im Weltgebetstagsmaterial immer noch als israelisch besetztes libanesisches Territorium genannten Scheba-Farmen, um deren Befreiung willen Hizbullah bis heute Frauen und Kinder im israelischen Kernland in die Luft sprengen lässt, beschreibt Scholl-Latour mit den Worten: »Es handelt sich um einen belanglosen Zipfel Weideland.« (a.a.O., S. 263) Der geneigte Leser fragt sich jetzt vielleicht, was ich damit sagen will. Ja, was will ich eigentlich? Ich will mich nicht an Halbwahrheiten beteiligen, die wenig entfernt sind von ganzen Lügen. Ich will weder mich noch meine Gemeinde in den Dienst von Interessen stellen lassen, die nicht zweifelsfrei die Interessen der Geschwister in den Herkunftsländern der Weltgebetstagsordnung sind. Noch einmal das Beispiel Indonesien: Mit blumigen Worten wurde damals die heile Welt des friedlichen Miteinanders zwischen Christen und Moslems beschrieben. Wenige Monate später kam die Wahrheit im Feuer brennender Häuser und Kirchen und bürgerkriegsähnlicher Verhältnissen an die Öffentlichkeit. Ähnliches ereignete sich in Madagaskar, ganz zu schweigen von den palästinensischen Autonomiegebieten. Ich mag nicht länger glauben, dass das alles nur Zufälle sind oder lokal begrenzte Konflikte oder nicht vorhersehbare plötzliche Wirren oder ... Weder der Sache christlicher Frauen noch dem Anliegen ökumenischer Spiritualität ist gedient, wenn für die Weltgebetstagsliturgie Länder ausgesucht werden, deren Christinnen »zwischen den Regentropfen gehen« müssen, um zu überleben. Die Weltgebetstagsordnung 2003 hat für mich (wieder) den Geruch der Unwahrhaftigkeit und Zwielichtigkeit. Dazu noch den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit, anzurufen, ist mir nicht möglich und halte ich für meine Gemeinden nicht für segensreich. Pfarrer Stephan Siegmund - Veröffentlicht im Deutschen
Pfarrerblatt - Februar 2003 Home - Über uns - Schabbat Lesungen - Aktueller Rundbrief - Archiv - Reisen - Weltgebetstag - Kontakt und Hinweise - Bilder |