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Wenn alle Kirchengemeinden ständig eine „Israel-Seite" in ihrem Gemeindebrief hätten, wie das etwa im württembergischen Bönnigheim der Fall ist, dann käme das christlich-jüdische Gespräch besser voran als durch wohlformulierte allgemeine Erklärungen. Viele kleine Schritte führen weiter als „standhafte" Deklarationen, die sich nicht von der Stelle bewegen. Hartmut Metzger

Die "Israel-Seite" im Bönnigheimer Gemeindebrief

Von Heinz Kauber

Unsere Gemeindebriefe haben selten eine überörtliche oder gar überregionale Leserschaft. Ihre Reichweite ist auf das Lokale begrenzt - doch gerade darin liegt die Stärke der meist ganz ordentlich mit viel Engagement und Liebe zur Ortskirche gemachten Blättchen, die gewissenhaft in jeden evangelischen oder katholischen Haushalt des Ortes gebracht werden.

Wer meint, diese bescheidenen Publikationen würden kaum gelesen, irrt. Das Gegenteil ist richtig. Schon deshalb stößt der Gemeindebrief auf Resonanz, weil die Leserschaft die Autoren, neben dem Pfarrer meist engagierte Gemeindeglieder, kennt.

Es gibt kaum ein besseres Umfeld, um publizistisch in der lokalen Öffentlichkeit für Israel Flagge zu zeigen. Wie das in geradezu beispielhafter Weise in der Kirchengemeinde Bönnigheim gemacht wird, sei hier kurz geschildert.

Dort hat jeder Gemeindebrief eine sogenannte "Israel-Seite", die bereits unter den Inhaltsangaben so signalisiert wird. Der Leser erlebt also im Jahreslauf - und im Laufe der Jahre: Das Thema Israel ist in meiner Gemeinde keine Eintagsfliege, sondern so wichtig, daß in jeder Ausgabe des Gemeindebriefs darauf Bezug genommen wird.

Die jeweiligen Beiträge sind meist dem christlichen Festkreis zugeordnet. So wird etwa in einer Dezemberausgabe die Bedeutung der Menora, des siebenarmigen Leuchters, erklärt. Dieser Text ist einem Band zur Geschichte Israels entnommen.

Das zeigt: Ein Gemeindebrief-Herausgeber braucht keineswegs alle Texte selbst zu verfassen, sondern kann aus einem reichen literarischen Fundus schöpfen, zu dem auch die Rundbriefe des Denkendorfer Kreises gehören.

Ich weiß nicht, in wieviel Gemeinden wichtige landeskirchliche „Verlautbarungen" an die Basis weitergegeben werden. Die Bönnigheimer dürften die große Ausnahme von der Regel sein, hielten sie doch die Erklärung der Landessynode zum Verhältnis von Christen und Juden für so wichtig, daß sie gleich zwei „Israel-Seiten" dafür zur Verfügung stellten.

Besonders eindrücklich spricht die "Israel-Seite" zum Leser, wenn er in einem Beitrag die persönliche Betroffenheit des Autors oder der Autoren spürt, zum Beispiel in einem Text mit der Schlagzeile: „Warum Christen für Israel sind".

Fazit: Nachahmung dieser wichtigen publizistischen Aktivität erwünscht! Wie gesagt, Material zur Veröffentlichung gibt es genug.

Noch einmal: Die ständige Wiederkehr einer "Israel-Seite" im Gemeindebrief ist eine zwar leise, aber beharrliche Erinnerung daran, daß es noch andere Schlagzeilen zum Thema gibt als die in den Medien traktierten von Terror und Gewalt.

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