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Zurück zum Rundbrief Juni 2004 Manchmal muss man Leserbriefe schreiben, meine ich. Bevor man Magenschmerzen vor Ärger bekommt. Vielleicht tragen sie gelegentlich auch etwas zur Situation bei. Jedenfalls sollte man sich wehren und Widerspruch nicht unterdrücken. Sonst geht zu viel verloren, meine ich. HM Dr. Hartmut Metzger Vogtshaldenstraße 54D - 72074 Tübingen SÜDWEST PRESSE Postfach 33 33 89070 ULM Tübingen, den 24. März 2004 Leserbrief zu „Anschlag auf Friedensprozess" - Hauptartikel auf der Titelseite am 23.3.04 „Die Wahrheit auf den Kopf gestellt" Überschriften im Großformat, zumal auf der Titelseite, springen einem ins Auge und prägen sich ein. Darum kommt ihnen ein besonderes Gewicht zu - und einer seriösen Zeitung liegt daran, dass die Überschriften in Kurzfassung Informationen vermitteln, die zutreffen. Bei der Berichterstattung über den Nahostkonflikt bringt die Südwestpresse manchmal Überschriften, die die Wahrheit auf den Kopf stellen. Den Tod von Scheich Ahmed Jassin kündigte die Zeitung am 23. März so an: „Isarelische Einheiten ermorden den höchsten religiösen Führer der Palästinenser - Anschlag auf Friedensprozess". Dem Leser schreit die Überschrift gleichsam ins Gesicht: Israel ist eine Bedrohung für den Frieden (was ein unsäglicher Leitartikel nachher noch unterstreicht)! Bei der Bild Zeitung, so wurde mir gesagt, hat man über den „Ermordeten" in der Überschrift mehr erfahren: „Terrorscheich durch Raketen getötet"; und die Begründung für diese Qualifizierung Ahmed Jassins sei angefügt gewesen: „Er schickte Hunderte Selbstmordattentäter gegen Israel". Und das ist doch wohl der Kern der Geschichte! Die europäischen Außenminister haben ihren Protest gegen das israelische Vorgehen nach harschen Worten mit „inakzeptabel" tituliert; und Kofi Annan, Generalsekretär der UN, verurteilte die „gezielte Tötung" von Jassin als „völkerrechtswidrig". Joschka Fischer hielt trotz aller Kritik aber fest, die Bundesrepublik Deutschland trete uneingeschränkt für das Existenzrecht Israels ein. Weder die europäischen Politiker noch Kofi Annan brachten ihre Verurteilungen Israels jedoch mit der Tatsache zusammen, dass Scheich Ahmed Jassin uneingeschränkt und öffentlich für die Vernichtung Israels eingetreten ist und seinen Worten durch all die Jahre die blutigsten Taten folgen ließ. Wenn Hamasattentäter israelische Kinder auf dem Weg zur Schule, Hausfrauen beim Einkauf im Supermarkt, Jugendliche in der Disco oder religiöse Familien bei einer Passafeier ermordeten, waren das alles „gezielte Tötungen", die nur ein „Ziel" hatten, möglichst viele unschuldige und wehrlose Menschen, Juden, in den Tod zu reißen. Und der Scheich verhieß dann den Mördern noch Ruhm auf Erden als Märtyrer und die Wonnen des moslemischen Paradieses im Jenseits. Die europäischen Terrorismusexperten brüten zurzeit darüber, wie sie effektive vorbeugende Maßnahmen gegen mögliche terroristische Anschläge ergreifen könnten. Sie errichten auch „Sicherheitszäune", obwohl die Gefahren noch gar nicht eingetreten sind. Die Menschen in Israel sind seit Jahren täglich diesen Gefahren ausgesetzt, und sie haben ein Recht darauf, dass ihre Regierung sie vor ihren schlimmsten Feinden schützt. An Stelle von Scheich Ahmed Jassin ist nun Abdel Asis Rantisi an die Spitze des Hamas gewählt worden. Wer will, kann ihn immer wieder im Fernsehen sehen und hören, wie er Israel Krieg, Vernichtung und Tod androht. Auch sein Ziel ist erklärtermaßen, Israel zu liquidieren. Israel hat erklärt, dass alle, die Tod säen, auch selber damit rechnen müssen. Doch in der Südwestpresse lese ich nun als Überschrift: „Weltweit Proteste gegen Liquidierung des Hamas-Führers", und, als dicker Balken (!): „Israel will weiter töten". Hartmut Metzger Home - Über uns - Schabbat Lesungen - Aktueller Rundbrief - Archiv - Reisen - Weltgebetstag - Kontakt und Hinweise - Bilder Denkendorfer Kreis für christlich-jüdische Begegnung e.V. |