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Zurück zum Rundbrief Juni 2004 Meinen Leserbrief „Die Wahrheit auf den Kopf gestellt" (siehe Seite 42) brachte die Zeitung nicht. Dagegen erschien, leicht gekürzt, mein folgendes Schreiben, das direkt an den Chefredakteur gerichtet war: Er hatte in einem „Editorial" die ‚ausgewogene Berichterstattung’ der Zeitung behauptet. Unter diesem Aspekt nahm ich Stellung zu seiner Erklärung. Hartmut Metzger SÜDWEST PRESSE / Herrn Jörg Bischoff Postfach 33 33 / 89070 ULM Tübingen, den 3. April 2004 Editorial am 3. April 2004: "Kein Antisemitismus" Sehr geehrter Herr Bischoff, des öfteren kann man z. Z. in Leserbriefen, aber auch in Zeitungsartikeln lesen, dass die Schreiber meist als Abschluss ihrer Beiträge noch vermerken, ihre Auslassungen hätten mit Antisemitismus nichts zu tun. Sie scheinen dabei gar nicht zu merken, dass sie gerade das ausdrücklich ablehnen, was der Leser vermutete - und dann meist auch bestätigt bekommt. Bei Ihrem Editorial heute ging es mir ähnlich. Die erste Reaktion auf die Überschrift war: „Der hat’s nötig!" Ich schreibe ungern Leserbriefe; aber manchmal muss man sich eben wehren, wenn man die Zeitung nicht gleich abbestellen will. Deshalb lege ich Ihnen den Leserbrief „Die Wahrheit auf den Kopf gestellt" bei, den ich dieser Tage an die Südwestpresse geschrieben habe. Auf den Text Ihres Editorials will ich nur an drei Stellen eingehen. Sie meinen, Ihre Zeitung berichtete „immer in gleicher Größe über Anschläge und Vorstöße [Verstöße?] beider Seiten". Das müssten Sie einmal gründlich überprüfen! Über die stets gegenwärtige Bedrohung in Israel, in einen palästinensischen Terroranschlag verwickelt zu werden, findet man selten etwas, was den Leser beeindrucken könnte; dafür hört er es so oft, bis er es endlich begriffen hat, dass Scharon mit dem Feuer spiele. - Dass die Südwestpresse dafür dpa- oder AP-Meldungen verwendet, ist für eine eigenständige Zeitung keine Entschuldigung. Es gibt viele Quellen, die über den ständigen Terror und seine Auswirkungen in Israel berichten, sodass man nicht auf plakative Kurznachrichten angewiesen ist. Sie schreiben - und meinen wohl, das sei ein Pluspunkt -, dass Ihre Zeitung das „Existenzrecht Israels" verteidige. Wie großmütig! Haben Sie sich überlegt, was die Alternative dazu wäre? - Ich weiß, dass Sie mit dieser Aussage nicht allein sind, viele meinen, damit etwas Wichtiges über ihre Position im Nahostkonflikt auszusagen. Aber in einem Land mit unserer Geschichte hört sich solch eine Selbstbestätigung beinahe makaber an. Im Zusammenhang mit der Oder-Neiße-Grenze, die Sie als Voraussetzung für den Frieden in Europa anerkennen, verurteilen Sie „den Bau des Grenzzauns durch Israel, der sich von der Berliner Mauer kaum unterscheidet". Dazu ist anzumerken, dass Israel immer betont, das es sich hier nicht um einen Grenzzaun, sondern um einen Sicherheitszaun handle; die Fragen der Grenzziehung stünden seit 1967 immer noch an. Und weiter möchte ich vermerken, dass die Berliner Mauer die Bürger der DDR abhalten sollte, in die Freiheit zu fliehen, während der israelische Sicherheitszaun palästinensische Attentäter abhalten soll, nach Israel einzudringen und dort „gezielt" (!) wehrlose Menschen - darunter Kinder, Frauen und alte Menschen, Juden, Araber und Ausländer - zu ermorden. Ich denke, auf solche kleinen Unterschiede sollte man achten. Und das auch seinen Lesern nicht vorenthalten. Mit freundlichen Grüßen Hartmut Metzger. Home - Über uns - Schabbat Lesungen - Aktueller Rundbrief - Archiv - Reisen - Weltgebetstag - Kontakt und Hinweise - Bilder Denkendorfer Kreis für christlich-jüdische Begegnung e.V. |