Denkendorfer Kreis
             
für christlich-jüdische Begegnung e.V.

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ISRAELTAG, Freitag, 14. Mai 2010
13 Uhr bis 17 Uhr
Marktplatz Stuttgart

Israeltag Seite 1

Israeltag Seite 2

 

8 - Rundbrief/RB März 2009 Mahnwache 4 Seiten.pdf

8 - Rundbrief/RB März 2009 Neve Hanna 2 Seiten.pdf

 

Der Denkendorfer Kreis hat es sich zur Aufgabe gemacht auf verschiedene Weise die Begegnung zwischen Christen und Juden zu fördern. Das geschieht auch durch diese Internetseiten, die über einige unserer Tätigkeiten und über das Geschehen in und um Israel informieren.
 

Artikel aus dem aktuellen Rundbrief vom 20. Juli 2009

Die Auszeichnung von Felicia Langer mit dem Bundesverdienstkreuz, die uns unmittelbar vor dem Druck des Rundbriefs überrascht hat, wird wohl ganz verschiedene Reaktionen auslösen. In Israel wird man sie als Affront empfinden, die scharfe Reaktionen hervorrufen wird. Und hierzulande wird man sich fragen, wie ein staatlicher Orden an eine Person vergeben werden kann, die an der deutschen Israel- Politik keinen guten Faden lässt.

Wegen ihrer Angriffe auf Israel findet Frau Langer mancherorts bedenklichen Beifall; wir gehören nicht zu den Gratulanten.

   

 Israeli gibt aus Protest Bundesverdienstkreuz zurück

 

Von Ulrich W. Sahm

  Jerusalem, 19. Juli 2009  -  „Mit Schmerz habe ich die Nachricht von der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer gehört. Das ist eine Schande für die Bundesrepublik.“  Der 74 Jahre alte israelische Reiseführer Motke Shomrat will sich in den nächsten Tagen zur deutschen Botschaft in Tel Aviv begeben und aus Protest sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben.

 Damit sein Protest auch öffentlich wahrgenommen werde und  „die Sekretärin den Orden und die Urkunde nicht einfach in den Papierkorb wirft“,  wandte sich Shomrat an einen bekannten Journalisten der Zeitung Ma’ariv, um die Rückgabe seines Verdienst­kreuzes zu dokumentieren.

Er hatte es 1995 für seine „Verdienste für die Versöhnung zwischen dem jüdi­schen und deutschen Volk“ vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ver­liehen bekommen.

 „Es ist mir unbegreiflich, dass die Bundesrepublik sich von ihrer Nazi-Vergangenheit befreien will und gleichzeitig eine Jüdin auszeichnet, die den heutigen neuen Hitler (Ahmadinidschad) stützt, der zur Vernichtung des Staates Israel aufruft“, heißt es in einem Brief an einen Bekannten in Deutschland.

 Shomrat erzählt, dass er aus Köln stamme, in einem Kloster nahe dem belgischen Ort Dimant und später im KZ Mechlen in Belgien den Krieg überlebt habe. Sein Vater sei im KZ Dachau am Tag der Befreiung gestorben. 

Shomrat ist stolz darauf, viele Male Erwin Teufel, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, durch Israel geführt zu haben. Jetzt aber sagt er am Telefon:  „Ich will nicht in einem Boot mit dieser Anwältin Felicia Langer sitzen. Wir Juden werden nicht und nie verschwinden. Wir haben Hitler überlebt, auch den Arafat, und genau so wer­den wir den Ahmadinidschad und Felicia Langer überleben.“

Shomrat ist bis heute als Reiseführer für deutsche Gruppen tätig.

  

Bundesverdienstkreuz für Felicia Langer  löst empörte israelische Reaktion aus

 Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die israelische Rechtsanwäl­tin Felicia Langer, 79, hat in Israel Empörung ausgelöst. Langer, 1990 nach Deutschland ausgewandert, zähle zu den „giftigsten Kritikern Israels“, heißt es in einem Bericht der Jerusalem Post.  Die in Tübingen lebende Anwältin vergleiche Israel mit dem Apartheid-Regime Südafrikas und habe die anti­semitische Rede des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinidschad in Genf gelobt. Dessen Ankündigung, Israel „von den Seiten der Geschichte auszulöschen“, bedeute keine Vernichtung Israels.

In einem Gespräch mit der Jerusalem Post bestätigte Langer, dass sie israelische Regierungsbeamte für „Kriegsverbrecher“ halte, die vom internationa­len Gerichtshof in Den Haag abgeurteilt werden sollten. 

Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, habe nach Angaben der Zeitung Langer als einen  “militanten und fanati­schen Israel-Hasser” bezeichnet.  Erstmals würden „aggressive verbale Attacken gegen den jüdischen Staat von der Bundesrepublik gewürdigt“, habe Graumann per E-mail der Jerusalem Post geschrieben.

Gegen faktische Kritik an Israels Politik sei nichts einzuwenden, und man höre sie am lautesten in Israel selbst, meinte Graumann.  „Aber Frau Langer ist bekannt für ihren böswilligen, militanten Hass auf Israel, der (in Deutschland) nur deshalb beachtet wird, weil sie selber Jüdin ist und ihre Holocaustvergangenheit betont,“ schrieb Graumann weiter.

Nachdem Langer erst vor einigen Monaten die pro-israelische Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel als „skandalös“ kritisiert hatte, sei sie jetzt plötzlich des Bundesverdienstkreuzes würdig. Das sei ein „fatales Signal und legitimiere ihre einseitige Hetze gegen Israel“, zitiert die Zeitung aus der Stellungsnahme Graumanns.

Langer reagierte auf die Beschuldigung Graumanns gegenüber der Jerusalem Post, dass sie den Zentralrat für eine „Filiale der israelischen Botschaft“ halte, der „nichts Gutes für Israel oder die Friedensbewegung“ unternehme.

Peter Weidner, Oberösterreichischer Landesvorsitzender des Bundes Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschisten, Linz, habe nach Angaben der Zeitung berichtet, dass Langer in Linz die Wahl der Hamas im Januar 2006 als die „freiesten demokratischen Wahlen im Nahen Osten jemals“ beschrieben habe. Eine pauschale Bezeichnung der israeli­schen Politik als „rassistisch“ und eine Delegitimierung Israels entspräche gemäß EU-Richtlinien der Antisemitismus-Definition, schreibt die Jerusalem Post.

Ein Artikel zu Ihrer Information, den wir für sehr lesenswert halten:

Klischees und Wirklichkeit, von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 29. Dezember 2008

„Der Konflikt kann nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden."

Tatsache ist, dass die Hamas ihr Machtstreben mit militärischen Mitteln gelöst hat. Sie putschte gegen die Autonomieregierung und vertrieb mit brutaler Gewalt die fatahtreuen Vertreter der Zentralregierung in Ramallah. Mit militärischen Mitteln terrorisierte sie die israelische Bevölkerung im grenznahen Gebiet...
Mit Raketenangriffen unterstrich Hamas das Ende der Waffenruhe. Die Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit und weitere Gewalt, wie der Beschuss der Grenzübergänge, verhinderte die Lieferung von Hilfsgütern und festigte die Herrschaft der Hamas im Gazastreifen. Ob es im Gegenzug Israel gelingt, ebenfalls mit Gewalt diese Machtbasis der Hamas zu schwächen oder gar zu zerstören, muss sich erst noch erweisen.
In den vergangenen Tagen wurden nach Angaben der Hamas, fast alle ihre militärische Einrichtungen zerbombt. Viele in Gaza hergestellte oder durch Schmugglertunnel von Iran importierte Grad-Raketen wurden zerstört. Die Hamas verlor Befehlshaber und 80 frisch ausgebildete Offiziere. Die Befehlsstruktur wurde zerstört und der Fernsehsender ausgeschaltet. Hamas-Führer mussten sich in den Untergrund begeben, um nicht Opfer gezielter Tötungen der israelischen Luftwaffe zu werden. Ohne Verwaltungsapparat, Sicherheitskräfte, Finanzen und Hierarchie kann die regierungsähnliche Hamas nicht bestehen. Sie ist verwundbar.
Ideologie allein reicht nicht aus, um als Herrscher im Gazastreifen und als aktive Feindeskraft gegen Israel bestehen zu können. Die ideologisch hochmotivierte Hamas konnte sich bisher nur durch Verhaftungen, Morde, Vertreibung und andere Gewalt gegen ihre inner-palästinensischen Gegner behaupten. Wenn also vermeintlich Gewalt keine Probleme lösen könne, fragt sich, wieso die Hamas sehr wohl ihre Probleme mit Gewalt löst und wieso Israel ganz grundsätzlich die Fähigkeit abgesprochen wird, ebenso mit Gewalt zu kontern.

„Nur durch Gespräche mit der Hamas kann Israel das Problem lösen."

Die Autonomiebehörde in Ramallah ist eine Selbstverwaltung von Israel Gnaden. Offizieller Verhandlungspartner des palästinensischen Volkes ist allein die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation). Ihr Chef ist auch Präsident der Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas. Die heutige Staatenwelt wird durch Mitgliedschaft in der UNO definiert. Die Hamas herrscht jedoch weder in einem anerkannten Staat, noch gilt sie als anerkannte „Regierung" ihres Territoriums. Die Hamas ist nicht einmal Mitglied der PLO und übernahm die Macht in Gaza durch einen „illegalen" Putsch. Kein Land der Welt anerkennt die Hamas als Herrscher in Gaza. Gespräche Israels mit der Hamas würden die Legitimität der PLO als exklusiver Vertreter aller Palästinenser in Frage stellen. Zudem würden so die von der Hamas nicht einmal anerkannten Osloer Verträge außer Kraft gesetzt. Die bilden jedoch die rechtliche Grundlage für die Existenz der Autonomiebehörde und des palästinensischen Parlaments. Abgesehen von der Tatsache, dass die Hamas sich weigert, mit dem „illegitimen zionistischen Gebilde" zu reden, tut sich Israel schwer, mit einer Organisation zu verhandeln, die Israels Zerstörung anstrebt. Hinzu kommt, dass die Hamas von der EU, der UNO, den USA und Israel als Terrororganisation geächtet wird, solange sie nicht der Gewalt absagt, Israel anerkennt und bestehende Verträge akzeptiert. Gespräche Israels mit der Hamas würden keine Probleme lösen, sondern neue Probleme schaffen und mit Gewissheit keinen Frieden herbeiführen.

„Ideologien können nicht gewaltsam ausgelöscht werden."

Die menschenverachtende Ideologie der Hamas hat ihre Ursprünge weder in der Blockade Israels gegen den Gazastreifen noch in der seit 1967 andauernden Besatzung. Die Hamas ist ein Ableger der ägyptischen Moslembrüder und ihrer Ideologie aus den zwanziger Jahren. Ausgerechnet die europäische Geschichte beweist, dass Staatsideologien durchaus mit Gewalt besiegt und beseitigt werden können. Nationalsozialismus, Faschismus, Stalinismus und der Kommunismus gingen ebenso unter wie die Weltreiche der Griechen, Römer, Mesopotamier und anderer vergessener Völker.

„Israels Vorgehen im Gazastreifen ist völkerrechtswidrig."

Die Genfer Konventionen verbieten ein absichtliches Töten von Zivilisten. So gesehen sind auf israelische Städte abgeschossene Raketen der Hamas in jedem Fall ein Kriegsverbrechen. Menschenrechtsorganisationen erwähnen das ganz selten in verstecken Nebensätzen. Die überwiegende Mehrheit der von Israel im Gazastreifen getöteten Palästinenser sind Kämpfer der Hamas. Vorerst scheint Israel „Kolateralschaden" weitgehend zu vermeiden. Laut Genfer Konventionen verwandeln sich Schulen und Krankenhäuser in legitime militärische Ziele, sowie sie für militärische Zwecke missbraucht werden. In den nächsten Tagen dürften die zivilen Opfer drastisch ansteigen, sowie Israel – wie angekündigt – jene Privathäuser bombardiert, in denen die Hamas Raketen und andere Kampfmittel versteckt. Die Bewohner dieser Häuser wurden durch Anrufe des israelischen Geheimdienstes vorgewarnt. Gemäß dem Völkerrecht verlieren sie ihren Status als „unschuldige Zivilisten", sowie sie sich am militärischen Kampf der Hamas beteiligen.

„Das israelische Vorgehen schürt den Hass."

Das ist eine Frage nach der Henne und dem Ei. Mit abgrundtiefen Hass wurden Juden schon 1929 in Hebron und Jerusalem von den Arabern abgeschlachtet, lange vor Holocaust, Israel und Besatzung. Hass wird allein den Palästinensern, der Hamas und anderen Organisationen als Rechtfertigung für jegliche Verbrechen zugestanden. Viele palästinensische Ausbrüche der Gewalt und des Hasses passierten ausgerechnet bei Fortschritten in den Friedensgesprächen, nach israelischen „Gesten" und anderen „positiven" Entwicklungen. Die blutige zweite Intifada brach aus, als es den Palästinensern wirtschaftlich besser ging als jemals zuvor und nachdem Ehud Barak in Camp David zu fast jeder Konzession bereit war. Jassir Arafat wies die Angebote zurück, weil er nicht „alles" bekam.

„Unverhältnismäßige Gewalt"

wird immer nur Israel vorgeworfen, niemals aber jenen Organisationen, die israelische Städte mit Raketen angreifen oder Busse und Restaurants sprengen. In diesem Sinne, wäre israelische Gewalt wohl „verhältnismäßig", wenn die Kampfjets in Gaza statt Trainingszentren der Hamas eher Busse und Restaurants sprengen oder willkürlich ungezielte Raketen auf Gaza abschießen würden?

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

 

 

 

Möchten Sie den Rundbrief beziehen, so können Sie das gerne über die Anschrift von Dr. Hartmut Metzger auf der Seite Kontakt tun.

Bei der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf ( http://www.kloster-denkendorf.de)
gibt es den Bereich V "Christen und Juden" in dem auch unser Anliegen zur Sprache kommt.
Hier finden sich auch Hinweise auf Studientage und Kurse zum Thema der christlich-jüdischen Begegnung.

Einen Blick auf die Westmauer in Jerusalem bietet die Seite:   http://www.aish.com/wallcam/w .
Diese Seite wird in kurzen Abständen aktualisiert.

Stand: 11.05.10