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Das Gedächtnis der Stadt Toepfer-Stiftung zeichnete „Stolperstein"-Paten mit „Max-Brauer-Preis" aus Von Gabriela Fenyes „Diese Steine erinnern daran, daß in diesem Haus einmal Menschen sehr glücklich gelebt haben", sagte Professor Miriam Gillis-Carlebach. Die drittälteste Tochter des ehemaligen Rabbiners Josef Carlebach ist Direktorin des Carlebach-Instituts der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan. Sie kam mit ihrer Tochter Michal Shalev, die zum ersten Mal in Deutschland war, um an der Verleihung des Hamburger Max-Brauer-Preises 2004 teilzunehmen. Mit dieser Auszeichnung wurde das „Bürgerengagement für die Stolpersteine in Hamburg" durch die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. geehrt. Birte Toepfer, Vorsitzende der Stiftung, sagte: „Jeder Stein auf Hamburgs Straßen ist nur wie eine Träne im Ozean, die aber trotzdem ihre Kreise zieht." Wie sehr die Stolpersteine die Menschen berühren, zum Innehalten und Nachdenken anregen, erzählte sie an Hand einer Begebenheit im Hamburger Nobelvorort Blankenese. „Ein Mann kniete vor einem Stolperstein nieder und polierte die Messingplatte", sagte sie beim Festakt in der Hauptkirche St. Michaelis, zu dem viele der rund sechshundert Stifter der Hamburger Stolpersteine gekommen waren. Stellvertretend für die Stolperstein-Paten in der Hansestadt nahm Ina Lorenz, Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Hamburg und stellvertretende Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg, den Preis in Höhe von fünfzehntausend Euro entgegen. Damit ehre die Toepfer-Stiftung zugleich auch eine Wissenschaftlerin für ihr „großes Engagement" auf dem Gebiet der deutsch-jüdischen und hamburgisch-jüdischen Geschichte, wie Birte Toepfer betonte. „Die Vielzahl der verlegten Stolpersteine begründet eine Art Erinnerungslandschaft, die uns gleichsam auf Schritt und Tritt begegnet, in der wir selbst stehen. Die Aufforderung, die von einem Stolperstein an uns ausgeht, ist einfach. Faßt man sie in Worte, so heißt es nur, aber auch: Denke daran, hier war jemand in unserer Mitte, in unserer Nachbarschaft. Dieser Jemand war unser Nachbar." Den Stolpersteinen könne man nicht ausweichen, „sie bezeugen ein kollektives Gedächtnis einzelner Bürger, die sich nicht kennen, die sich nicht organisiert haben", sagte Ina Lorenz. „Es ist dieses Engagement des einzelnen Bürgers, welches jenseits aller Bedenken stehen sollte. Eine Gesellschaft, die sich solcher Bürger versichern darf, ist auf dem richtigen Weg", betonte sie. Geehrt wurden auch der Künstler und Initiator der Stolpersteine, Gunter Demnig, und der Hamburger Kunstsammler Peter Hess, der 2002 die Idee der Stolpersteine nach Hamburg geholt hatte und seitdem die Verlegung der Gedenksteine betreut. Das Hamburger Institut für die Geschichte der deutschen Juden wird die mit dem Preis verbundene Zuwendung für die fachkundige Erarbeitung eines Hamburger Stolperstein-Stadtplans mit einer begleitenden Publikation über die Hamburger Juden 1941 bis 1945 verwenden. Bundesweit gibt es etwa dreitausend Gedenksteine, in Hamburg allein wurden bereits siebenhundertfünfzig dieser bronzenen Platten verlegt. Der Max-Brauer-Preis wird seit 1993 zum Gedenken an Max Brauer (1887-1973), den ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg, verliehen. Der Preis wird jährlich an Hamburger Persönlichkeiten und Einrichtungen vergeben, die sich durch besonderes Engagement für das kulturelle, wissenschaftliche oder geistige Leben Hamburgs hervorgetan haben.
Aus: Jüdische Allgemeine vom 6. Mai 2004
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