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Gerade in der Zeit, wo angeblich „keiner raus und keiner rein" durfte (vgl. den vorangegangenen Artikel!), hielt sich der lutherische Pfarrer aus Bethlehem in den USA auf. Den Erfolg, den er dort bei einer befreundeten Kirche hatte, schildert ein Bericht aus „israel heute" Nr.312, Sept. 2004. Die Überschrift des Artikels ist sehr knapp, aber doch verständlich. Und wenn man sie verstanden hat, dann merkt man, wie ungeheuerlich eine solche christliche Drohung in jüdischen Ohren klingen muss. Hartmut Metzger Strafe: Mission Von Aviel Schneider
Die presbyterianische Kirche in den USA hat Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern mit der Apartheid in Südafrika verglichen. Sie machte deshalb den Vorschlag, Israel durch eine Massenmissionierung zu bestrafen und jegliche geschäftlichen Beziehungen mit Israel zu boykottieren. „Um Israels Politik gegenüber den Palästinensern zu verändern, müssen wir Israel eine harte und deutliche Botschaft zukommen lassen", meinte der presbyterianische Reverend und Vermittler für den Nahen Osten, Victor Makari, während der 216. Generalversammlung der presbyterianischen Kirche in Richmond, Virginia (USA). Mit großer Mehrheit (431 zu 62 Stimmen) befürworteten die Kirchenführer den antiisraelischen Beschluss, der ihrer Kritik an der Eroberung Palästinas und am Bau des umstrittenen Sicherheitszaunes Ausdruck verleihen sollte. Darüber hinaus beschlossen die Teilnehmer, die über 3 Millionen Christen in den USA vertreten, mehr Geld für die Missionierung unter den Juden in Amerika und im Judenstaat zur Verfügung zu stellen. Der palästinensische Gastredner, der lutheranische Pfarrer von Bethlehem, Mitri Raheb, pries diese antiisraelischen Resolutionen und meinte: „Die Kirchen haben zu lange zugesehen und nichts gegen Israels illegales Verhalten gegenüber den Palästinensern unternommen. Wir müssen ausländischen Unternehmen, wie der amerikanischen Baumaschinenfirma Caterpillar Inc., klarmachen, dass ihre Bulldozer von der israelischen Armee für die Zerstörung palästinensischer Häuser missbraucht werden." Pfarrer Mitri Raheb, der auch in Europa für seine antiisraelische Haltung bekannt ist, beendete seine Rede mit den Worten: „Liebe Brüder und Schwestern, dies ist ein Moment der Wahrheit." Dass arabischen Christen in den palästinensischen Gebieten mehr Leid durch ihre moslemischen Nachbarn zugefügt wird, wurde nicht öffentlich diskutiert. Pfarrer Raheb und seine Geschwister wissen, dass Kritik an Israel keine das eigene Leben gefährdende Konsequenz zur Folge hat, wie es bei der Kritik an palästinensischen Terroristen der Fall wäre. Seit Jahren herrscht in der presbyterianischen Kirche eine antiisraelische Stimmung. Zum ersten Mal entschied man sich nun für konkrete operative Schritte. Rev. Makari erinnerte daran, dass es die presbyterianische Kirche war, die in den 70er und 80er Jahren die Apartheid in Südafrika erfolgreich bekämpfte. „Genau denselben Druck müssen wir nun auch auf die Israelis ausüben", schlug Rev. Makari vor, ohne den palästinensischen Terror zu erwähnen. Zusätzlich verurteilte die presbyterianische Kirche auch den christlichen Zionismus, der nicht als eine christliche Theologie anerkannt werden dürfe. Nach dem Bekanntwerden der Beschlüsse der amerikanischen Presbyterianer zeigten sich amerikanische und israelische Rabbiner entsetzt und bezeichneten die Beschlüsse als antisemitische Kirchenresolutionen. „Sie missionieren unter uns, weil sie uns hassen und nicht weil sie uns lieben", meinte ein Rabbiner aus den USA. „Die presbyterianische Kirche betrachtet die Judenmission als eine Strafe, mit der das Judentum vernichtet werden soll. Mit anderen Worten, sie missionieren nicht aus Liebe, sondern aus Hass."
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